- Kostenlos den besten Baukredit berechnen!

Die verschiedenen Möglichkeiten beim Eigenkapital

Das Eigenkapital spielt bei der Baufinanzierung eine große Rolle. Wer Wohneigentum kaufen oder bauen möchte, der bringt oft eigenes Kapital mit ein. Vor Jahren war es noch üblich, dass grundsätzlich Eigenkapital erforderlich war, um einen Immobilienkredit aufnehmen zu können. Am liebsten haben die Banken damals Anteile von mindestens 30, am liebsten 50 Prozent gesehen. Heutzutage ist dies nicht mehr der Fall. Die Bandbreite an Finanzierungen mit jeweils unterschiedlichem Anteil an eigenem Kapital ist groß geworden. Auch bieten inzwischen immer mehr Baufinanzierer eine Vollfinanzierung an. Bei dieser Art von Darlehen wird kein Eigenkapital mehr für den Kauf benötigt.

Eigenkapital Ja oder Nein?

Da es inzwischen mehrere Möglichkeiten gibt, vom Kredit mit viel Eigenkapital bis zum Komplettkredit, stellt sich für jeden Kreditnehmer die Frage, was am besten zu ihm passt. Eine pauschale Antwort, ob Eigenkapital immer wichtig ist, gibt es nicht. Dies hängt unter anderem von den finanziellen Verhältnissen des Darlehensnehmers ab. Dazu kommt die Frage, ob es sich überhaupt lohnt, in Zeiten niedriger Zinsen an das Ansparen von Eigenkapital zu denken. Durch die Niedrigzinsphase zieht sich das Sparen immer länger hin. Während auf der anderen Seite die Bauzinsen möglicherweise anziehen werden und die Immobilienpreise weiter steigen.

Die 50-Prozent-Finanzierung

Bei der 50-Prozent-Finanzierung wird die Hälfte des Kaufpreises als Eigenkapital mit eingebracht. Dieser hohe Anteil an eigenem Kapital macht es möglich, dass der Immobilienkredit sehr günstig vergeben werden kann. Das Risiko für die kreditgebende Bank hält sich im Rahmen, da das halbe Eigenheim bereits schon zu Beginn der Finanzierung abgezahlt ist.

Ein Eigenkapitalanteil von 50 Prozent ist dann sinnvoll, wenn bereits seit längerer Zeit für den Kauf eines Hauses oder einer Wohnung gespart wurde. Dies kann dann sein, wenn der Bausparvertrag fällig wird oder eine Lebensversicherung zur Auszahlung kommt. Auch eine Erbschaft bietet sich an, wenn diese so hoch ist, dass dadurch so viel Eigenkapital zusammen kommt.

Früher war es oft so, dass die Banken die 50-Prozent-Finanzierung am liebsten hatten. Heutzutage ist dies anders. Inzwischen werden Kreditnehmer nicht mehr deshalb bevorzugt, weil sie mehr Eigenkapital als andere mit einbringen.

Die 70-Prozent-Finanzierung

Neben der 50-Prozent-Finanzierung wurden einst auch 70-Prozent-Finanzierung am liebsten vergeben. Bei dieser Art von Immobilienkredit wurden 30 Prozent an Eigenkapital mitgebracht, der Rest des Kaufpreises wurde über das Darlehen finanziert. Damit ist fast ein Drittel des Hauspreises oder des Wohnungspreises über das eigene Kapital des Kreditnehmers abgedeckt. Auch hier hält sich das Risiko für die Banken in Grenzen. Nach wie vor sind Immobilienfinanzierungen zu 70 Prozent mit 30 Prozent Eigenkapital günstiger zu haben, als dies bei 90-Prozent-Finanzierungen oder gar bei Vollfinanzierungen der Fall ist.

Die 90-Prozent-Finanzierung

Bei der 90-Prozent-Finanzierung werden nur 10 Prozent der Kaufsumme des Hauses oder der Wohnung als Eigenkapital mit eingebracht. Das bedeutet, dass der größte Anteil des Kaufpreises über einen Immobilienkredit aufgenommen wird. Für die Banken wirft diese Art von Finanzierung natürlich ein höheres Risiko auf, als es bei der 50-Prozent-Finanzierung und der 70-Prozent-Finanzierung der Fall ist.

Eine Finanzierung mit nur 10 Prozent Eigenkapital ist vor allem dann praktisch, wenn ein Haus entdeckt wird, dass sich vom Kauf her wirklich lohnt. Würde weiter gespart werden, anstatt es zu kaufen, wäre es natürlich dann bereits vom Markt. Ähnliches gilt, wenn eine Vollfinanzierung aufgenommen wird, anstatt erst eigenes Kapital anzusparen.

Die 100-Prozent-Finanzierung

Die Vollfinanzierung wird auch als 100-Prozent-Finanzierung bezeichnet. Bei dieser Finanzierungsvariante wird der komplette Kaufpreis als Immobilienkredit aufgenommen. Nur die Baunebenkosten wie die Kosten für den Notar, die Grunderwerbssteuer und den Grundbucheintrag bringt der Kreditnehmer dann selbst ein. Die Finanzierung der Baunebenkosten erfolgt durch eigene Ersparnisse oder durch einen Ratenkredit, der unabhängig von der Immobilienfinanzierung aufgenommen wird.

Die 110-Prozent-Finanzierung

Bei der 110-Prozent-Finanzierung wird nicht nur der Kaufpreis über den Immobilienkredit finanziert, sondern zugleich die Baunebenkosten. Diese machen in der Regel um die 10 Prozent des Kaufpreises aus. Eine solche Finanzierung ist natürlich teurer als ein Darlehen mit Eigenkapital oder eine Vollfinanzierung, da der Hauspreis selbst den Kredit nicht abdeckt.

Eine solche Finanzierung ist deshalb nur dann zu empfehlen, wenn sich ein Schnäppchen auftut und der Kreditnehmer zwischenzeitlich nicht die Zeit hat, noch Geld für die Baunebenkosten anzusparen. Mit einem Immobilienkredit Vergleich lässt sich schnell ausrechnen, ob eine Vollfinanzierung mit einem zusätzlichen Ratenkredit günstiger wäre als eine 110-Prozent-Finanzierung, oder ob die Komplettfinanzierung inklusive Baunebenkosten günstiger ist.

Eigenkapital oder Vollfinanzierung

Kreditnehmer stehen bei einem Hauskauf vor der Frage, was in ihrem Fall das jeweils beste ist. Für die einen spielt das Eigenkapital eine große Rolle, um möglichst wenig Kredit aufnehmen zu müssen. Andere sehen lieber die Möglichkeiten des zukünftigen Eigenheims, hatten aber vorher nicht die Zeit, über Jahre hinweg Geld anzusparen. Vielleicht wollten sie gar kein eigenes Haus kaufen und haben deshalb keinen Bausparvertrag oder eine Lebensversicherung abgeschlossen. Inzwischen sind sie aber der ständig weiter steigenden Miete überdrüssig und wollen deshalb lieber auf ein Eigenheim setzen.

Jeder Kreditnehmer hat seine eigenen Vorlieben, was die Immobilienfinanzierung angeht. Jemand, der eine Vollfinanzierung möchte oder gar eine 110-Prozent-Finanzierung, steht finanziell nicht automatisch schlechter dar als jemand, der 50 Prozent Eigenkapital mitbringt. Dies haben auch die Banken und Baufinanzierer längst eingesehen und bieten deshalb entsprechend unterschiedliche Finanzierungen an.

Warum ist Eigenkapital sinnvoll?

Inzwischen muss längst nicht mehr bei jedem Immobilienkredit auch Eigenkapital mitgebracht werden. Dennoch ist das Mitbringen von eigenem Geld für den Hauskauf sinnvoll. Der Grund liegt auf der Hand: je mehr Eigenkapital der Kreditnehmer einbringt, desto günstiger wird das Darlehen auch. Das ist eine ganz einfache Rechnung, die sich immer wieder zeigt. Das vorherige Ansparen von Kapital wird von den Banken belohnt, wenn sie eine Baufinanzierung vergeben. Schließlich bedeutet es für sie als Kreditgeber gleichzeitig, dass das Risiko eines Zahlungsausfalls dadurch geringer ist.

Fazit: Entscheidend ist die passende Finanzierung!

Ein Immobilienkredit sollte zum Kreditnehmer passen. Deshalb gibt es längst keine pauschalen Angebote mehr mit so und so viel Eigenkapital, das mitgebracht werden muss, damit eine Finanzierung vergeben wird. Die Bandbreite an Möglichkeiten ist groß, am Ende muss die Immobilienfinanzierung einfach das sein, was das Beste für den Käufer ist.

Neben den genannten Prozentzahlen beim Eigenkapital gibt es natürlich noch andere Finanzierungsvarianten, mit 40 Prozent eigenem Kapital oder mit 20 Prozent Eigenkapital. Dies hängt immer davon ab, wie viel der Kreditnehmer selbst einbringen kann. Auch eine Vollfinanzierung ist längst nicht mehr so verschrien, wie sie es einstmals bei den Banken war, sondern ist eine gute Möglichkeit, in Zeiten niedriger Zinsen den Hauskauf zu finanzieren.

Calculator Back to top Open Sidebar