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Sicher ist sicher Teil 3: Das neue Haus als gesunder Wohnraum

SicherheitSowohl beim Renovieren als auch beim Bau eines neuen Hauses: vorhandene sowie verwendete Baustoffe können in bestimmten Fällen Dämpfe und Gase freisetzen, welche die Gesundheit der Hausbewohner oder Arbeiter schädigen können. Daher möchten wir den dritten Teil unserer dreiteiligen Reihe „Sicher ist sicher“ den Gift- und Gefahrenstoffen widmen, denen man beim Bau begegnen kann. Damit Ihr neues Zuhause für Sie und Ihre Familie ein gesunder Wohnraum wird, ist und bleibt.

VOC Giftstoffe: Flüchtige organische Verbindungen in Baustoffen

Hinter der Bezeichnung der VOC Giftstoffe steht der englische Begriff Volatile Organic Compound, der auf Deutsch so viel wie „Flüchtige organische Stoffe“ bedeutet. Es handelt sich dabei um schnell in den gasförmigen Aggregatzustand übergehende Verbindungen, die je nach Land oder Region (Europa, Nordamerika, etc.) verschieden definiert werden. Jene dieser Verbindungen, die auch in Produkten für den Innenausbau eines Hauses vorkommen, werden zudem als Wohngifte bezeichnet.

Stoffe, die in geringer Konzentration auftreten oder selbst nur leicht toxisch wirken, können Allergien auslösen. Zudem sorgen sie für Reizungen der Atemwege und Augen. Auch die Haut können sie je nach Art und Konzentration angreifen. Durch die sog. Wohngifte kann es weiterhin zu Kopfschmerzen und Müdigkeit kommen, auch wurden Schwindel und Übelkeit bei entsprechendem Aufkommen der Gase beobachtet. Einen markanten Geruch muss es allerdings nicht geben, weshalb die Ursachen der Beschwerden oft unerkannt bleiben.

Ist die Konzentration der organischen Gase sehr hoch, dann können neben temporären Leiden auch längerfristige Schäden entstehen. Da es sich um Giftstoffe handelt, greifen diese vor allem Organe wie die Nieren oder die Leber an. Aber auch das Gehirn sowie das Nervensystem im Allgemeinen können geschädigt werden. In schweren Fällen lösen die VOC Giftstoffe Krebs aus. Die Symptome und ausgelösten Krankheiten variieren aber stark – je nach Gas und Konzentration.

Die häufigsten der bisher festgestellten Schadstoffe, die von Baustoffen stammen, sind folgende:

  • Aromatische Kohlenwasserstoff-Gemische
  • Bizyklische Terpene
  • Dichlormethan
  • Diisocyanate
  • Naphthalin
  • Styrol
  • Toluol
  • Tris-phospat

Fundgrube Altbau: Verschiedene Giftstoffe der Epochen

Asbest

Der bekannteste Schadstoff, der mehrere tausend Jahre als Baustoff verwendet wurde, ist Asbest. Das feinfaserige Material wurde selten gepresst, am häufigsten in Form eines sogenannten Asbestzements verwendet und verbaut. Allerdings sind die Fasern des Silikat-Minerals so fein, dass sie ohne großes Aufsehen in die Atemluft und so in die Lunge gelangen können. Dort nisten sie sich in den kleinsten Ritzen und Verzweigungen ein, was zu Krankheiten, chronischen Leiden und Krebs führen kann. Seit 1970 gilt die Asbestfaser daher in der BRD offiziell als krebserregend. Seit 2005 gibt es ein Verbot des Baustoffs in der gesamten EU.

Die Gefahr geht heutzutage also vor allem von Altbauten aus, die saniert werden sollen. Bei Baustoffen, bei denen es sich um Asbest handeln könnte, muss daher vorher eine Untersuchung durchgeführt werden. Ergibt diese einen positiven Befund, ist ein geordnetes Abtragen und Entsorgen zu veranlassen. Nach dem Europäischen Abfallkatalog gilt Asbest als „gefährlicher Abfall“ und muss per Begleitscheinverfahren entsorgt werden. Das Abtragen von Asbest muss fachmännisch und mit Schutzkleidung von statten gehen.

Schimmel

Der zweite, häufig in älteren Häusern vorzufindende Gefahrenstoff sind Schimmelpilze. Gelangen dauerhaft Schimmelsporen in den Körper – vor allem über die Atemwege – dann können diese das Immunsystem stark abschwächen. Es kann zu temporären sowie chronischen Erkrankungen der Atemwege kommen sowie zu Asthma-Leiden. Wie bei den vorbenannten Gefahrenstoffen kann es hier auch zu Organschäden und Krebs kommen. Daher sollten bei älteren Gebäuden – vor allem jenen, die länger leer standen – nach der Besichtigung mit dem bloßen Auge auch Untersuchungen der Bausubstanz veranlasst werden. Steckt der Schimmel in den Wänden, der Belüftung oder in den Zwischenböden, dann ist er genauso gefährlich wie direkt sichtbar auf der Wand.

Schwermetalle

Im Neubau eher selten bis gar nicht vorkommend, in Altbauten vor allem in Farben und Tapeten zu finden. Schwermetalle können in Farben sowie in Holzschutzmitteln vorkommen, die in der Vergangenheit benutzt wurden. Zu Vergiftungen mit Schwermetallen kann es daher kommen, wenn Holzböden abgebeizt oder die Farbe / Tapete von der Wand gekratzt wird. Augenscheinlich harmlose Arbeiten, durch eventuelle Schwermetalle aber durchaus gesundheitsschädlich.

Sicher bauen und renovieren: so bleiben Sie gesund

Im Hinblick auf einen Neubau haben Sie einen großen Vorteil: Sie können den Bau beaufsichtigen, Informationen zu den verwendeten Stoffen erfragen und einholen sowie mitbestimmen, was verwendet wird und was nicht. Zudem gibt es besonders auf die Gesundheit der zukünftigen Bewohner hin konzipierte Häuser, die vor allem aus natürlichen Baustoffen wie Holz und Lehm gemacht sind. Auch Farben, Imprägnierungen und Lacke basieren bei diesen Häusern auf natürlichen Stoffen.

Bei der Sanierung eines Altbaus hingegen können Sie oft nicht wissen, auf welche Stoffe Sie stoßen werden. Gibt es in der Nachbarschaft oder dem Umland ähnliche Häuser aus der gleichen Bauperiode, welche schon saniert sind, dann können Sie bei den entsprechenden Besitzern nach Informationen fragen. Ansonsten sowie im Zweifelsfall sollten Sie eine Fachkraft beauftragen, welche die nötigen Tests und Nachforschungen anstellt. Investieren Sie lieber in ein paar Sicherheit bescheinigende Tests, als dass Sie sich Ihre Gesundheit ruinieren. Günstige Kredite für den Haus- und Ausbau finden Sie in unserem Baukreditrechner auf der Startseite.

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